Wie schnell ist deine Webseite? Die Ladezeit einer Webseite beeinflusst nicht nur das Besucherverhalten, sondern auch das Ranking in Suchmaschinen. Viele WordPress Nutzer beklagen sich über langsame Ladezeiten und versuchen ihre Webseite schneller zu machen. Doch bevor man mit einer PageSpeed Optimierung startet, sollte man zunächst die WordPress Performance testen. Welche Tools und Plugins du dafür nutzen kannst, findest du in der folgenden Übersicht.

Wie kann man die WordPress Performance testen?

Für die Performance Analyse von Webseiten gibt es einige nützliche und kostenlose Online Tools. Die meisten davon liefern schnell und zuverlässig einen übersichtlichen Leistungsbericht. Neben den reinen Messwerten bieten fast alle Tools auch hilfreiche Informationen und Tipps, wie du deine Webseite optimieren kannst.
Eine weitere Möglichkeit zur Performance-Analyse bieten auch die aktuellen Browser. Dazu musst du lediglich die Entwicklertools öffnen und kannst gleich loslegen.
Als Nutzer von WordPress kann man darüber hinaus noch einige spezielle Plugins zur Performance Analyse nutzen.

Online Web Performance Tools

Mit diesen kostenlosen Online-Tools kannst du schnell und einfach die Geschwindikeit und den Optimierungsgrad deiner Webseite analysieren.

Bei allen Tools solltest du vor dem Testen jedoch die Einstellungen der Testlocation überprüfen. Vermutlich kommen die meisten deiner Seitenbesucher aus Deutschland, d.h. die Ergebnisse eines Testservers in Deutschland liefern relevantere Messwerte.

Webpagetest

wordpress performance testen mit Webpagetest

Screenshot: Detaillierte Ladezeiten-Analyse mit Webpagetest

Der Speed Test von WebPageTest liefert viele detaillierte Informationen zur Performance einer Webseite. Neben der eigentlichen Ladezeit der Webseite werden unter anderem auch die Timings für den First Byte und Start Render angezeigt. In einem Waterfall Chart (Wasserfall-Diagramm) sieht man genau, in welcher Reihenfolge welche Requests zum vollständigen Laden der Seite benötigt werden.
Die Hauptkriterien der Performance Analyse werden bei WebPageTest auf einer Skala von A-E bewertet:

  • First Byte Time
  • Keep-alive
  • Compress Transfer
  • Compress Images
  • Cache Static Content
  • Effective Use of CDN

Im Vergleich zu den anderen Performance Tools, bietet WebPageTest eine wesentlich größere Auswahl an Serverstandorten für den Speed-Test, vor allem in Europa. Ein weiterer Pluspunkt ist die individuelle Einstellung der Testkriterien.
Wer möchte, kann sich das Testergebnis auch als Filmstrip oder als Video ausgeben lassen. So kann man genau beobachten, in welcher zeitlichen Abfolge sich die einzelnen Elemente der Webseite aufbauen.

Hier ein exportiertes Video:

 

Filmstrip View:

Filmstrip ansicht

Screenshot: Seitenaufbau in der Filmstrip Ansicht mit Sekundenangabe

Pingdom

Pingdom website speed test

Screenshot: Performance Test Pingdom

Der Pingdom Website Speed Test bietet ähnliche Optionen wie WebPpageTest. Auf einen Blick bekommt man die wichtigsten Speed-Werte präsentiert: Ladezeit, Datenmenge, Anzahl der Anfragen, Teststandort. Wobei bei den Serverstandorten leider keine deutschen verfügbar sind.
Auch bei Pingdom gibt es ein Wasserfalldiagramm zur genauen Analyse der Ladezeiten und Hinweise zur Optimierung.

GTmetrix

gtmetrix-performance-report

Screenshot: GTmetrix Performance Report

GTmetrix ist ein weiteres PageSpeed Tool, das nach einer kostenlosen Registrierung zusätzliche Features bietet. Im Standard enthält der Performance Report die Speed-Werte und einen Waterfall Chart. Zusätzlich werden noch die Bewertungen von Google PageSpeed Insights und Yahoo YSlow angezeigt.
Als registrierter Nutzer kann man die Testlocation ändern und wie bei WebPageTest ein Filmstrip oder Video erstellen.
Zu jedem Testkriterium gibt es nützliche Hinweise zur Verbesserung der Performance und der Report ist als PDF downloadbar.

Dareboost

dareboost performance report

Screenshot: dareboost Qualitity and Performance Reposrt

Dareboost analysiert deine Webseite nicht nur in Hinblick auf Geschwindigkeit. Überprüft werden auch die Code-Qualität und Sicherheitsaspekte. Zu allen getesteten Punkten erhält man weiterführende Erklärungen und Tipps zur Optimierung.
Auch hier kann man sich das Laden der Seite als Video oder Filmstrip ansehen, allerdings ohne Exportmöglichkeit.
Nach kostenloser Anmeldung kann man noch weitere Optionen nutzen, wie beispielsweise einen Ladezeitenvergleich, unterschiedliche Teststandorte oder einen PDF-Report.

dotcom-monitor

dotcom-monitor-speed-test

Screenshot: dotcom-monitor Website Speed Test

 

Der dotcom-Monitor bietet auf einen Blick die Ladezeiten von 24 verschiedenen Server-Standorten. In einer Zusammenfassung enthält man eine Wasserfall-Darstellung und Infos zur Fehlermeldungen und angefragten Hosts.

PageSpeed Insights

PageSpeed Insights

Screenshot: PageSpeed Insights mit einem Score von 100/100

Der Google Service PageSpeed Insights passt eigentlich nicht so ganz in diese Tool-Sammlung, da es weder Messwerte noch Diagramme ausgibt. Das Tool misst die Performance einer Seite auf Mobilgeräten und Desktop-Computern und bewertet diese mit Punkten von 0-100. Zu den getesteten Kriterien gibt es Verbesserungsvorschläge und auch ein Download optimierter Dateien wird angeboten.
Für die Optimierung von Ladezeiten ist PageSpeed Insights durchaus ein nützliches Tool, aber es sagt nichts über den PageSpeed einer Webseite aus.

Tipp: Seit kurzem gibt es unter testmysite.thinkwithgoogle.com einen optisch aufgehübschten PageSpeed Report.

think with google

Browser Tools zur Performance Analyse

Moderne Browser beinhalten viele hilfreiche Tools für Webentwickler, wie den Inspektor, Debugger oder die Netzwerkanalyse. Mit letzterer kann man die Performance einer Webseite testen und erhält sogar ein Waterfall Chart.
Zur Analyse musst du einfach nur deine Webseite öffnen und kannst bei Firefox mit der Tastenkombination STRG + Umschalt + Q die Netzwerkanalyse starten. Bei Chrome startest du die Analyse mit STRG + Umschalt + i.

Chrome Developer Tools

Chrome Developper Tools

Screenshot: Netzwerkanalyse mit Chrome Dev Tools

 

Wie bei Firefox und der Firefox Developer Edition findest du auch bei Chrome die wichtigsten Informationen auf einen Blick:
Ladezeit, Anzahl der Anfragen und die geladene Datenmenge.
Darüber erhält man wie auch bei den Online Tools eine Wasserfall Grafik, die man auch nach Anfrage-Typ filtern kann. Z.B. kann man sich nur die CSS-Dateien oder nur die Bilder anzeigen lassen.
Einen Serverstandort kann man mit Browserwerkzeugen nicht simulieren, aber dafür verschiedene Bandbreiten wie Kabel, DSL usw.
Zusätzlich gibt es bei den Chrome Dev Tools noch Screen Captures, die den Seitenaufbau visualisieren.

Audits

chrome audits

Screenshot: Audits in Chrome

 

Ein weiterer Punkt der Chrome DevTools nennt sich Audits und gibt hilfreiche Tipps zur Optimierung der Ladezeit. Nützlich ist unter anderem der Punkt Remove unused CSS rules. Hier werden alle nicht verwendeten CSS-Regeln aufgelistet. Wenn man beispielsweise ein MultiPurpose Theme verwendet, können hier hunderte überflüssige CSS-Regeln gelistet werden.

Performance Analyser

performance analyser

Screenshot: Browser Add-on Performance Analyser

Performance-Analyser ist als Add-On für Firefox und Chrome oder als Bookmarklet erhältlich. Das kleine Tools bietet ähnliche Auswertungen wie die Browsertools, aber die Darstellung ist schicker.

WordPress Plugins

Möchte man speziell die WordPress Performance testen, kann man hierfür einige kostenlose Plugins nutzen.
P3 (Plugin Performance Profiler)
Welches Plugin macht meine Webseite so langsam? Dies beantwortet der P3 Plugin Performance Profiler nach einem Scan mit einem  Performance Report für die Webseite. Grafisch aufbereitet erhält man eine Übersicht, wie die installierten WordPress-Plugins die Ladezeit der Webseite beeinträchtigen.
Eigentlich eine gute Sache, bei mir stimmen die Ergebnisse leider nicht immer. Liegt vielleicht daran, dass das Plugin zuletzt vor 1 Jahr aktualisiert wurde. Daher nutze ich lieber das nächste Plugin.

Query Monitor

https://de.wordpress.org/plugins/query-monitor/
Query Monitor ist ein Debugging-Tool, das sich vor allem an WordPress-Developer richtet. Nach der Installation ergänzt es die obere Admin-Bar um einen Menüpunkt, der Informationen zur aktuellen Seite liefert. Das Plugin bietet zahlreiche Informationen, unter anderem auch zur Performance: HTTP-Anfragen, Datenbankabfragen und WP-Queries. So kann man sich auch anzeigen lassen, welches Plugin die Webseite stark belastet.

Google PageSpeed Insights for WordPress

google pagespeed insights for wordpress

Google PageSpeed Insights for WordPress erstellt für alle deine WordPress Seiten einen PageSpeed Report für Desktop und Mobile. Angezeigt werden die Google Bewertungen und Verbesserungsvorschläge für die Seiten. Details, wie sie die Online-Variante bietet, werden leider nicht angegeben. Trotzdem bietet das Plugin eine gute Übersicht, welche Seite oder Artikel besonders schlecht performt. Achtung: Bevor du das Plugin nutzen kannst, musst du zunächst einen Google API Key erstellen.

Performance Tester

Performance Tester

Mit dem Performance Tester kannst du direkt im Backend deine WordPress Performance testen. Das Plugin wurde von Dareboost entwickelt und analysiert nur die wichtigsten Messwerte der Startseite. Einen vollständigen Report erhält man auf der Dareboost-Webseite.
Wer auf die Ansicht im Backend verzichten kann, sollte lieber gleich die Online-Variante nutzen.

WordPress Inspector

inspector.io

Screenshot: Performance Bericht auf der Webseite von WordPress Inspector

Das Plugin WordPress Inspector testet deine Startseite nicht nur auf Geschwindigkeit und Performance. Es berücksichtigt zusätzlich auch SEO- und Security-Aspekte und analysiert die installierten Plugins. Die Auswertung erfolgt über die Webseite wordpress.inspector.io. Dort kannst du auch direkt deine WordPress Seite testen – ohne vorherige Plugin-Installation. Allerdings werden dann die verwendeten Plugins nicht überprüft.

Fazit:

Möchte man die Performance einer Webseite oder speziell die WordPress Performance testen, gibt es viele gute Hilfsmittel. Am besten nutzt man mehrere Tools. So erhält man viele hilfreiche Informationen und Tipps, die eine gute Grundlage für die Performance Optimierung der Webseite bilden.
Mein Lieblingstool ist auf jeden Fall WebPageTest. Hier hat man viele Möglichkeiten für individuelle Einstellungen und eine gute Wasserfall Grafik. Leider ist das Tool auch bei anderen sehr beliebt, so dass man je nach Tageszeit teilweise sehr lange auf die Ergebnisse warten muss.
Für die konkreten Optimierungsarbeiten verwende ich natürlich auch die Entwicklerwerkzeuge des Browsers und PageSpeed Insights. Wenn ich speziell die WordPress Performance testen möchte, nutze ich das Plugin Query Monitor.

Kennst du noch weitere weitere Performance Tester? Einfach posten!