Hast Du schon mal Deine Webseite abgeschossen oder versehentlich Bilder gelöscht? Mir ist es erst vor kurzem passiert! Nach dem Einsatz eines Cleaner-Tools zur Optimierung war die Webseite plötzlich verschossen. Aber glücklicherweise hatte ich davor ein WordPress Backup erstellt. Somit konnte ich innerhalb von 5 Minuten alles wieder rückgängig machen.
Wie wichtig regelmäßige Sicherungen sind und wie Du ein Backup einrichtest, erkläre ich Dir am Beispiel von UpdraftPlus.

 

Warum Du ein Backup erstellen solltest

Eine Webseite ohne Backup ist fast wie Autofahren ohne Sicherheitsgurt. In den meisten Fällen passiert nichts. Aber im Ernstfall ist man froh, wenn man Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat.

Die meisten Blog- oder Webseitenbetreiber investieren viel Zeit in den Aufbau und die Pflege Ihrer Seite. Dabei vergessen sie meistens Ihre Arbeit zu sichern. Was soll denn schon passieren…?! Doch was ist, wenn:

  • Deine Webseite gehackt wurde?
  • Die Installation eines Plugins zu Fehlern führt?
  • Ein Update von Plugins, Themes oder WordPress selbst Deine Seite abstürzen lässt?
  • Du aus Versehen wichtige Daten wie z.B. Bilder gelöscht hast?
  • Die eingefügten Code-Schnipsel Probleme bereiten?

Wenn Du ein WordPress Backup gemacht hast, kannst Du relativ entspannt bleiben und die Daten wiederherstellen.

Wie häufig sollte gesichert werden?

Das hängt immer davon ab, wie häufig die Webseite bearbeitet wird.
Bei Blogs, die täglich neue Artikel veröffentlichen, sollte das Backup auch täglich erfolgen. Für Webseiten mit seltenen Änderungen genügt eine wöchentliche Sicherung. Diese Backups können durch Plugins automatisch durchgeführt werden.

Zusätzlich sollte man in einigen Fällen auch manuelle Backups erstellen:

  • vor einem WordPress Update
  • vor einem Theme- oder Plugin-Update
  • bevor Du Optimierungstools (z.B.: Datenbank-Cleaner) nutzt
  • falls Du vorhast, den Code in der functions.php oder in Templates zu ändern

Was wird beim WordPress Backup gesichert?

Die meisten Plugins sichern folgende Komponenten:

  • WordPress Datenbank
  • Plugins
  • Themes
  • wp-content: Uploads wie Bilder, Videos
Tipp: Wenn Du ein komplettes Backup Deiner WordPress-Installation erstellen möchtest, empfehle ich Dir das Plugin Duplicator. Hiermit erstellst Du eine 1:1 Kopie Deiner Webseite.

Falls Deine Webseite nach einem Crash nicht mehr über das Dashboard erreichbar ist, kannst Du mit Duplicator die Webseite wiederherstellen. Leider kann das Erstellen des Klons nur manuell gestartet werden.
Daher solltest Du auf jeden Fall ein automatisches Backup-Tool nutzen. Wie Du UpdraftPlus dafür nutzen kannst, erkläre ich Dir Step by Step.

UpdraftPlus WordPress Backup Plugin

WordPress Backup Plugin UpdraftPlus

Screenshot: UpdraftPlus WordPress Backup Plugin

UpdraftPlus ist mit über 1 Million aktiven Installationen eines der meist genutzten Plugins für ein WordPress Backup. Auch die Bewertung durch Benutzer ist mit 4,8 von 5 Sternen sehr gut.

Ich habe lange Zeit BackWpUp genutzt und hatte häufig Probleme damit. Daher habe ich verschiedene andere Plugins getestet und bin schließlich bei Updraft gelandet. Mittlerweile nutze ich es sowohl für meine eigenen Seiten als auch für Kunden-Projekte gerne und erfolgreich. Die Einrichtung ist problemlos und auch das Rücksichern von Daten hat bisher immer schnell und gut funktioniert. Daher kann ich es wirklich nur empfehlen.

Die wichtigsten Features im Überblick:

  • Sicherung zu Amazon s3, Dropbox, Google Drive, Rackspace, FTP, SFTP, E-Mail und weitere
  • Automatische Backups, für die ein Zeitplan angelegt werden kann
  • Sofortiges bzw. manuelles Backup möglich
  • getrennte Sicherung von Datenbank und Dateien zu unterschiedlichen Zeitpunkten
  • Schnelle Wiederherstellung (Backups sowohl von Datenbank als auch von Dateien)
  • Gescheiterte Uploads werden automatisch wiederaufgenommen bzw. wiederholt
  • Umfangreiche Webseiten können auch in mehrere Archive aufgeteilt werden
  • Auswählen, welche Komponenten eines Backups wiederhergestellt werden sollen
  • Direkt vom WordPress-Dashboard die Backup-Archive herunterladen
  • Debugmodus – vollständige Protokollierung des Backups
  • Wird auch von älteren PHP Versionen (5.2 – 7.1) unterstützt

WordPress Backup mit UpdraftPlus einrichten

1. UpdraftPlus installieren

Wie immer bei WordPress, ist die Installation des Plugins sehr einfach:
Dazu musst Du nur im Dashboard auf den Menüpunkt Plugins > Plugins installieren klicken. Dort kannst Du nach UpdraftPlus suchen und es per Knopfdruck installieren. Anschließend musst Du es nur noch aktivieren.

updraftplus installieren

UpdraftPlus installieren

2. Sicherung einrichten

Bevor Du Dein erstes WordPress Backup anlegen kannst, muss UpdraftPlus natürlich noch eingerichtet werden.

Die nötigen Einstellungen sind unter Einstellungen > UpdraftPlus Sicherungen zu finden.

UpdraftPlus Grundeinstellungen

Festlegen der Grundeinstellungen von UpdraftPlus

 

Step1: Sicherungsplan festlegen

Im ersten Abschnitt kannst Du einen Zeitplan festlegen. Also eintragen, in welchen Abständen automatische Backups erstellt werden sollen. Weiterhin kannst Du angeben, wie viele Sicherungen aufbewahrt werden sollen.

Wer möchte kann außerdem unterschiedliche Backup-Intervalle für die Datenbank und die Dateien einrichten.

Sicherungsplan für Backups festlegen

Sicherungsplan einrichten: Anzahl der Backups und Zeitpunkt festlegen

Für die meisten Webseiten reicht ein wöchentliches oder tägliches Backup aus. Blogs, die mehrere Artikel am Tag posten, sollten natürlich ein kürzeres Intervall wählen. Ich selbst sichere wöchentlich und erstelle je nach Bedarf ein manuelles Backup.

Die Anzahl der aufbewahrten Sicherungen hängt immer auch vom verfügbaren Speicherplatz ab. Vor allem bei Billig-Hostern kann dies zu Problemen führen, wenn diese nur wenige GB zur Verfügung stellen. Oder wenn der Dropbox-Speicher nicht mehr ausreicht.
Da in meiner Dropbox genügend Speicherplatz vorhanden ist, bewahre ich 3-5 Backups auf. Zusätzlich speichere ich die Backkups auch noch lokal auf meinem Rechner.

Step2: Speichermedium wählen

Im nächsten Abschnitt wählst Du das Speichermedium aus. Also den Ort, an dem das Backup gesichert wird. Hier hast Du mehrere Möglichkeiten zur Auswahl:

  • Online-Speicher, wie beispielsweise Dropbox, Google Drive und weitere.
  • FTP-Server, also auf Deinem Webserver.
  • E-Mail, dann erhältst Du die Daten per E-Mail. Allerdings bei großen Datenmengen nicht zu empfehlen.

Im Detail kann ich natürlich nicht alle Möglichkeiten vorstellen. Daher zeige ich Dir schrittweise die Einstellungen für eine Sicherung zu FTP und zu Dropbox.

Backup Ort auswählen

Hier legst Du fest, wo das Backup gespeichert werden soll.

Backup auf den Server:

Sobald Du das Icon für FTP anklickst, werden weitere Optionen eingeblendet.

Backup zu FTP einrichten

WordPress Backup zu FTP

Hier musst Du die Zugangsdaten zu Deinem Server eintragen:

  • FTP-Server, z.B.: ftp.domain.de
  • FTP-Benutzername
  • FTP-Passwort

Weitere Angaben sind in der Regel nicht nötig. Abschließend kannst Du noch die FTP-Einstellungen testen und erhältst hoffentlich eine Erfolgsmeldung.
Vergiss nicht, danach die Änderungen zu speichern.

Test der FTP-Verbindung

Erfolgreicher Test der FTP-Verbindung

 

Tipp: Alle Backup-Daten werden standardmäßig im Ordner Updraft gespeichert. Dieser sollte beschreibbar sein.
Wer ganz sicher gehen möchte, sollte die Backup-Archive nicht auf dem Server speichern. Besser ist es, sie lokal zu spechern und danach vom Server zu löschen.

Backup zu Dropbox

Wenn Du Dein Backup in Deiner Dropbox speichern möchtest, klickst Du einfach auf das entsprechende Icon. Danach musst Du die Einstellungen speichern.
Erst im Anschluss kannst Du dann die Dropbox-Verbindung einrichten. Dazu befolgst Du die Anweisungen bzw. klickst auf den Link, der eine Verbindung zu Dropbox herstellt.

anmeldung dropbox

Verbindung von UpdraftPlus mit Dropbox herstellen

Step3: Welche Daten sollen gesichert werden?

Im nächsten Bereich findet die Auswahl der zu sichernden Daten statt.

Daten zur Sicherung hinzufügen

Hier wählst Du aus, was gesichert werden soll.

Hier kannst Du nun bestimmen, welche Daten genau gesichert werden sollen:

  • Plugins
  • Themes
  • Uploads
  • weitere Daten, die im Verzeichnis wp-content enthalten sind

Zusätzlich kannst Du auch bestimmte Dateien und Verzeichnisse vom Backup ausschließen. So kannst Du beispielsweise Backup-Daten eines anderen Plugins oder Cache-Verzeichnisse übergehen, damit die Größe der Sicherung überschaubar bleibt.

Step4: Weitere Einstellungen

weitere einstellungen

Weitere Einstellungen

Datenbank-Verschlüsselungsphrase

UpdraftPlus bietet zusätzlich eine Verschlüsselung der Datenbank-Sicherung an. Diese ist jedoch nur in der kostenpflichtigen Premium-Version möglich.

E-Mail

Im letzten Abschnitt kannst Du noch eine Benachrichtigung per E-Mail aktivieren. Dadurch erhältst Du nach Abschluss der Sicherung einen Standardbericht.

Experten-Einstellungen

Die Experten-Einstellungen bieten einige Interessante Features, die man aber für ein Standard-Backup selten benötigt.
Beispielsweise kann das Sicherungsverzeichnis umbenannt werden oder das Sicherungs-Archiv aufgeteilt werden. Das ist vor allem bei sehr umfangreichen Webseiten von Vorteil.

Falls es bei der Erstellung der Sicherung zu Fehlern kommt, kann man hier auch einen Debug-Modus einschalten.

3. WordPress sichern

Nachdem nun alle Einstellungen gespeichert sind, kannst Du endlich Dein erstes manuelles Backup erstellen.
Dazu musst Du im Reiter Aktueller Status einfach nur auf Jetzt sichern klicken.

Backup erstellen

Manuelles WordPress Backups erstellen

 

Anschließend öffnet sich ein Pop-up. Hier kannst Du die Standardeinstellungen nochmals ändern und dann das Backup starten.

Updraftplus wordpress backup starten

Einstellungen der Sicherung kann hier nochmals angepasst werden

 

Sicherung in Bearbeitung

Backup in Arbeit

Backup abgeschlossen

Sobald die Sicherung abgeschlossen ist, erhältst Du eine kurze Erfolgsmeldung.

Die Sicherung war anscheinend erfolgreich und ist nun vollständig.

Bei meinem ersten Backup mit diesem Plugin, hat mich die Formulierung „anscheinend erfolgreich“ irritiert. Aber eigentlich ist es klar: Der Plugin-Anbieter kann natürlich keine hundertprozentige Garantie für die funktionsfähig des Backups übernehmen kann.

Daher sollte man einen kurzen Blick in die Log-Datei werfen. Hier können mögliche Fehler beim Erstellen der Sicherung aufgespürt werden.

 

backup abgeschlossen

Das Backup von WordPress wurde erfolgreich erstellt.

 

Je nach dem welches Speichermedium Du gewählt hast, befindet sich das Backup nun auf Deinem Server oder in der Dropbox.

4. Backup wiederherstellen

Falls Du ein Backup wieder einspielen musst, erledigt UpdraftPlus dies in wenigen Minuten.

Im Reiter Existierende Sicherungen findest Du eine Übersicht aller bisher angelegten Backups.
Als erstes wählst Du hier das Backup mit dem richtigen Sicherungsdatum und klickst auf den Wiederherstellen-Button.

existierende sicherungen

Anschließend öffnet sich ein PopUp-Fenster. Nun kannst Du auswählen, welche Daten zurückgesichert werden sollen.
Dabei werden werden die ausgewählten Daten mit der Sicherung ersetzt. Wenn Du beispielsweise nur die Themes anhakst, werden alle Deine Themes mit dem Backup überschrieben. Plugins, Uploads und die Datenbank bleiben unverändert.

 

backup-restore

Hier wählst Du aus, was Du zurücksichern möchtest.

Nachdem Du Deine Auswahl getroffen hast, musst Du nur noch auf Wiederherstellen klicken. UpdraftPlus beginnt dann mit der Vorbereitung zum Restore.

rücksicherung

Abschließend musst Du nochmals auf Wiederherstellen klicken, damit die Rücksicherung abgeschlossen werden kann.

Sicherung erfolgreich eingespielt

Sobald das Backup erfolgreich zurückgesichert wurde, bekommst Du eine Erfolgsmeldung.

 

Backup erfolgreich eingespielt

Das Backup wurde erfolgreich eingespielt

 

Fazit

Wer eine Webseite betreibt, sollte davon auch in regelmäßgen Abständen ein Backup erstellen. So kann im Fall der Fälle die Seite in kurzer Zeit wiederhergestellt werden.
Welches Plugin Du dafür nutzt, ist dabei eigentlich zweitrangig. Denn die meisten Backup Tools unterscheiden sich nur in wenigen Features und in der Handhabung.